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„Eisenwarenkrankheit bei Kühen“

Was soll das denn schon wieder sein? Gehen Kühe etwa in den Baumarkt und erkranken dabei? Natürlich nicht.
Verletzen spitze und scharfe Gegenstände – meist aus Metall – den Magen der Kühe dann spricht man von der „Eisenwarenkrankheit.“
Die Magenwand wird dabei durchbohrt und es kommt zu schlimmen Infektionen im Bauchraum. Die Kühe müssen dann oft geschlachtet werden. Dies ist sowohl schmerzhaft bis tödlich für die Tiere, als auch ein wirtschaftlicher Schaden für die Landwirte.

Wie kommen diese Gegenstände in den Kuhmagen?

Hierzu schauen wir uns zuerst einmal die Nahrungsaufnahme der Kühe an. Dazu sollte man wissen, dass Kühe auf der Weide täglich ca. 100 kg Gras fressen müssen, um aus-reichend Nahrung zu sich zu nehmen. Das sind natürlich gewaltige Grasmengen, die die Kuh jeden Tag fressen muss. Dementsprechend passt die Kuh nicht auf, ob sich Fremdkörper in dem abgerissenen Grasbüschel befinden. Erschwerend kommt hinzu, dass die Kuhlippen relativ unempfindlich sind. So kommt es leider öfter vor, dass Stacheldrahtreste, Getränkedosen, Nägel oder was sonst so auf der Weide liegen bleibt im Kuhmagen landet.

Was kann man dagegen tun?

Das Fressverhalten der Kuh kann man nicht ändern. Daher wurden Alternativen gesucht. Die aufgenommenen Fremdkörper sind meist aus Metall. Also versuchte man in den 60ziger Jahren diese mittels Magneten wieder zu entfernen. Mit mäßigem Erfolg. Wie kann man verhindern, dass diese Dinge die Magenwand mit der empfindlichen Magenschleimhaut zerstören? In den folgenden Jahren wurde daher die Idee mit dem Magneten weiterentwickelt. Heute bekommen die Kühe oft vorsorglich einen sogenannten Kuh- oder Käfigmagneten in den Netzmagen eingeführt. Dabei handelt es sich – wie der Name schon sagt – um einen ca. 15 cm langen Magneten mit einem Durchmesser von ca. 3 cm. Dieser ist von einem Käfig aus Plastik umgeben.

Ist das ein wirksamer Schutz?

Ist der Kuhmagnet korrekt platziert und verbleibt er auch dort ist er ein wirkungsvoller Schutz gegen die „Eisenwarenkrankheit“. Allerdings werden ca. 4% der Käfigmagneten beim Widerkäuen wieder aus dem Magen befördert.
Die Kosten für den reinen Käfigmagneten liegen jedoch unter 5,- €. Folglich rechnet sich diese Investition meist schon, wenn nur eine Kuh der Herde dadurch vor der „Eisenwarenkrankheit“ bewahrt wird.

Für mich war dieses Problem bei der Haltung von Kühen und Rindern bisher nicht bekannt. Wusstet ihr davon? Schreibt es mir doch einfach.

Kühe mit Augen auf dem Hinterteil

Habt ihr schon einmal etwas von Kühen mit Augen auf dem Hinterteil gehört oder gelesen? Keine Angst, es geht dabei nicht um irgendein Experiment. Kein Wissenschaftler lebt da seine perversen Phantasien aus. Es ist der Versuch, afrikanische Kühe vor Löwen und anderen Raubtieren zu schützen.

Wie funktioniert das Experiment?

Forscher haben dazu in Botswana Augen auf die Hinterteile von 2/3 der Tiere einer Kuh Herde gestempelt. Insgesamt umfasste die Herde 62 Kühe. Die Hoffnung war, dass Raubtiere, die sich der Herde nähern, den Eindruck bekommen, sie wären bereits entdeckt. Dieser Taktik bedienen sich auch schon seit längerer Zeit Waldarbeiter in Indien. Sie tragen Masken mit Gesichtern an ihrem Hinterkopf. Damit versuchen sie, sich vor Tigerangriffen zu schützen. Auch im Tierreich ist dieses Phänomen bekannt. Augenähnliche Muster auf Schmetterlingsflügeln oder bei einigen Raupenarten veranlassen die Fressfeinde abzudrehen oder auch ganz von einem Angriff abzusehen.

Doch zurück zum Experiment:

Eine Kontrolle der Herde nach 10 Wochen ergab, dass von den Tieren ohne aufgestempelte Augen drei Tiere gerissen wurden. Die Kühe mit aufgestempelten Augen lebten alle noch. Das ist natürlich noch kein Beweis, aber ein Anhaltspunkt.

Wie kam man auf diese Idee?

Betrachten wir das Jagdverhalten von Löwen: Sie pirschen sich an ihre Beute an. Sie können zwar sehr schnell sein, aufgrund ihres massigen Körpers jedoch nicht sehr lange. Sie versuchen daher, ihre Beute möglichst schnell zu töten. Glauben sie jedoch im Vorfeld, dass man sie bereits entdeckt hat, lassen sie häufig von ihrer potentiellen Beute ab.

Ich finde diese Idee sehr gut. Man nutzt das bekannte Jagdverhalten von Löwen aus, um die Kühe zu schützen. Das Bestempeln des Kuhhinterteils schadet diesen nicht. Es erhöht jedoch ihre Sicherheit. Natürlich ist es auch günstiger als der Verlust eines Tieres. Auch gehe ich davon aus, dass dann weniger Löwen von Farmern erschossen werden. Neben dem wirtschaftlichen Aspekt dient dies auch dem Artenschutz. Weitere Forschungen sind geplant. Hoffentlich bestätigen sie den beschriebenen Modellversuch.