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Kühe mit VR-Brillen

Ihr interessiert euch für Kühe? Dann wisst ihr sicher, dass die Technisierung vor dem Kuhstall nicht halt macht. Der neueste Trend aus Russland sind nun VR-Brillen für Kühe. Diese sind speziell der Kopfform von Kühen angepasst.

Was ist eine VR-Brille?

Das VR in VR-Brille steht dabei für Virtual-Reality. Der Kuh wird also eine künstliche Realität suggeriert. Die Brille vermittelt so der Kuh zum Beispiel den Eindruck, dass wundervolles Wetter herrscht und sie auf einer saftigen Wiese steht, auch im Winter.

Weshalb sollen VR-Brillen eingesetzt werden?

Wie ihr euch sicher denken könnt, geht es auch hier um die Erhöhung der Milchleistung der Kühe. Diese scheinbar idyllischen Verhältnisse gaukeln der Kuh vor, dass ihre Lebensumstände perfekt sind. Sie entspannt sich. Dies haben erste Tests bereits bestätigt.
Außerdem wurde festgestellt, dass die Kühe ruhiger und friedlicher werden. Auch ein positiver Nebeneffekt. Insbesondere, wenn es sich um sehr große Herden handelt.
In anderen Betrieben versucht man, diese Effekte mittels klassischer Musik zu erreichen. Welche dieser Methoden effektiver ist, soll eine großangelegte Studie des russischen Landwirtschaftsministeriums ergeben.

Wieso wird so viel Geld in diese Forschung investiert?

Wie euch vielleicht bekannt ist, hat die Europäische Union Russland mit wirtschaftlichen Sanktionen belegt. Diese betreffen auch Milch und Milchprodukte. Ziel ist also vermehrt Milch und Milchprodukte im eigenen Land zu produzieren. Dies mildert die Folgen der Sanktionen in diesem Bereich.

Ich persönlich habe ja Zweifel, dass sich VR-Brillen für Kühe in den kommenden Jahren in unseren Breiten durchsetzen werden. Die Kosten hierfür sind ja noch relativ hoch und der Milchpreis sehr niedrig. Aber wer weiß, vielleicht ändert sich das ja in Zukunft. Sicher werden einige Landwirte darüber nachdenken. Es muss nur profitabel sein.

Kühe mit Loch im Bauch

Habt ihr auch schon von den Kühen mit Löchern im Bauch gehört? Als ich dies das erste Mal aufgeschnappt habe, war mein erster Gedanke, dass ist ziemlich gruselig. Doch warum macht man das? Meine Neugier war geweckt. Ich las etwas von Zwangsfütterung durch ein Loch, das in den Pansen führte. Allerdings ist das wohl nur eine Zeitungsente. Ein Fünkchen Wahrheit ist allerdings doch daran. Bei dem Loch handelt es sich um eine Fistel. Das bedeutet, man kann dieses Loch öffnen und auch wieder verschließen. Und natürlich dient es nicht der Zwangsfütterung der Kühe, sondern wie sollte es anders sein, der Forschung.

Was soll erforscht werden?

Es geht um den Zusammenhang vom Futter einer Kuh und den daraus resultierenden Methanausscheidungen der Kuh. Das Methan entsteht im Pansen der Kuh, der wie eine riesige Gärkammer wirkt. Dort wird das Futter der Kuh aufgespalten. Dabei entsteht das Methangas, das unter anderem auch für den Klimawandel verantwortlich ist. Die Forschung beschäftigt sich also mit dem Zusammenhang zwischen der Futter-zusammensetzung im Pansen und der dabei entstehenden Menge an Methan. Das Ziel ist dabei natürlich die Reduktion des Methangases.

Ein weiterer Grund für „Fistelkühe“

Kühe mit Fisteln dienen auch der tiermedizinischen Forschung. Wie kann man Kühen, deren Pansen „umgekippt“ ist, helfen? Das ist das Ziel der Untersuchung. „Umgekippt“ bedeutet dabei, dass im Pansen das Verhältnis der für die Fermentierung der Nahrung notwendiger Bakterien und der schädlichen Bakterien in einem Missverhältnis steht. Dies kann durch falsche Ernährung entstehen und führt zu einem Absterben der notwendigen Bakterien. Die Kuh vergiftet sich dabei selbst. Injiziert man der kranken Kuh in diesem Fall „Pansensaft“ einer gesunden Fistelkuh, kann das kranke Tier ggf. gerettet werden.

Rechtfertigt der mögliche Nutzen eine solche Forschung?

Das ist eine ethische Frage, die bei jeder Art von Tierversuch zu stellen ist. Es ist in diesem Fall jedoch zu hoffen, dass es den Fistelkühen nach erfolgreicher Operation zumindest den Umständen entsprechend gut geht. Mit artgerechter Kuhhaltung hat es meines Erachtens jedoch nicht mehr viel zu tun. Ob der Nutzen dieser Forschung diesen Eingriff in das Leben der Kuh rechtfertigt, ist eine Frage, die sich jeder selbst beantworten muss.