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Kühe mit VR-Brillen

Ihr interessiert euch für Kühe? Dann wisst ihr sicher, dass die Technisierung vor dem Kuhstall nicht halt macht. Der neueste Trend aus Russland sind nun VR-Brillen für Kühe. Diese sind speziell der Kopfform von Kühen angepasst.

Was ist eine VR-Brille?

Das VR in VR-Brille steht dabei für Virtual-Reality. Der Kuh wird also eine künstliche Realität suggeriert. Die Brille vermittelt so der Kuh zum Beispiel den Eindruck, dass wundervolles Wetter herrscht und sie auf einer saftigen Wiese steht, auch im Winter.

Weshalb sollen VR-Brillen eingesetzt werden?

Wie ihr euch sicher denken könnt, geht es auch hier um die Erhöhung der Milchleistung der Kühe. Diese scheinbar idyllischen Verhältnisse gaukeln der Kuh vor, dass ihre Lebensumstände perfekt sind. Sie entspannt sich. Dies haben erste Tests bereits bestätigt.
Außerdem wurde festgestellt, dass die Kühe ruhiger und friedlicher werden. Auch ein positiver Nebeneffekt. Insbesondere, wenn es sich um sehr große Herden handelt.
In anderen Betrieben versucht man, diese Effekte mittels klassischer Musik zu erreichen. Welche dieser Methoden effektiver ist, soll eine großangelegte Studie des russischen Landwirtschaftsministeriums ergeben.

Wieso wird so viel Geld in diese Forschung investiert?

Wie euch vielleicht bekannt ist, hat die Europäische Union Russland mit wirtschaftlichen Sanktionen belegt. Diese betreffen auch Milch und Milchprodukte. Ziel ist also vermehrt Milch und Milchprodukte im eigenen Land zu produzieren. Dies mildert die Folgen der Sanktionen in diesem Bereich.

Ich persönlich habe ja Zweifel, dass sich VR-Brillen für Kühe in den kommenden Jahren in unseren Breiten durchsetzen werden. Die Kosten hierfür sind ja noch relativ hoch und der Milchpreis sehr niedrig. Aber wer weiß, vielleicht ändert sich das ja in Zukunft. Sicher werden einige Landwirte darüber nachdenken. Es muss nur profitabel sein.

Wellness für Kühe

Wellnessurlaube erfreuen sich großer Beliebtheit. Verständlich, der Alltag ist für die meisten Menschen stressig. Entspannung ist wichtig, um seine Akkus wiederaufzuladen. Dafür wird richtig viel Geld investiert. Aber was ist unter dem Stichwort Wellness für Kühe zu verstehen?

Was meint man damit?

Es gibt Gemeinsamkeiten beim Wellnessangebot für Kühe und Menschen. So findet man in modernen Kuhställen auch Wasserbetten. Diese sollen der Kuh beim Verdauen helfen. Daneben gibt es elektrische Kratzbürsten im Stall. Diese massieren die Kühe an Kopf und Rücken. Dies dient dem Stressabbau. Auch eine Dusche und eine Klauenwaschanlage gibt es. Dies verringert die Wahrscheinlichkeit von Huf und Klauenentzündungen. Die Kühe können sogar wählen, ob sie im Stall bleiben möchte oder auf die Weide gehen. Wirst du da auch ein bisschen neidisch?

Warum wird so viel Geld in das Wellnessangebot investiert?

Dafür gibt es zwei Gründe. Zum einen soll es den Kühen gut gehen. Das andere Argument ist wirtschaftlicher Natur. Das Wellnessangebot steigert die Milchleistung der Kuh und damit den wirtschaftlichen Profit des Landwirts. Jedoch ist der Milchpreis zurzeit so niedrig, dass sich eine solche Investition in der Regel nicht lohnt. Das ist die Crux. Ich denke, viele Bauern möchten das Beste für ihre Tiere. Aber es muss auch wirtschaftlich realisierbar sein.

Für und Wider

Wärt ihr bereit einen höheren Preis für Milch und Milchprodukte zu zahlen, wenn dies die Lebensbedingungen der Kühe verbessert? Sollte man dies den Landwirten vorschreiben? Wäre das nicht aktiver Tierschutz?
Es ist eine schöne Vorstellung, dass alle Kühen ein Wellnessangebot erhalten. Allerdings ist es mit einigen Problemen verbunden. Sollte man nicht vielleicht doch lieber auf eine naturnahe Milchviehhaltung wie vor 100 Jahren zurückgehen? Dies würde die Lebensverhältnisse der Kühe verbessern und das Milchangebot reduzieren. Das wiederum würde zu einer Milchpreiserhöhung führen, sofern alle mitmachen. Doch ist dies realistisch?

Kühe mit Augen auf dem Hinterteil

Habt ihr schon einmal etwas von Kühen mit Augen auf dem Hinterteil gehört oder gelesen? Keine Angst, es geht dabei nicht um irgendein Experiment. Kein Wissenschaftler lebt da seine perversen Phantasien aus. Es ist der Versuch, afrikanische Kühe vor Löwen und anderen Raubtieren zu schützen.

Wie funktioniert das Experiment?

Forscher haben dazu in Botswana Augen auf die Hinterteile von 2/3 der Tiere einer Kuh Herde gestempelt. Insgesamt umfasste die Herde 62 Kühe. Die Hoffnung war, dass Raubtiere, die sich der Herde nähern, den Eindruck bekommen, sie wären bereits entdeckt. Dieser Taktik bedienen sich auch schon seit längerer Zeit Waldarbeiter in Indien. Sie tragen Masken mit Gesichtern an ihrem Hinterkopf. Damit versuchen sie, sich vor Tigerangriffen zu schützen. Auch im Tierreich ist dieses Phänomen bekannt. Augenähnliche Muster auf Schmetterlingsflügeln oder bei einigen Raupenarten veranlassen die Fressfeinde abzudrehen oder auch ganz von einem Angriff abzusehen.

Doch zurück zum Experiment:

Eine Kontrolle der Herde nach 10 Wochen ergab, dass von den Tieren ohne aufgestempelte Augen drei Tiere gerissen wurden. Die Kühe mit aufgestempelten Augen lebten alle noch. Das ist natürlich noch kein Beweis, aber ein Anhaltspunkt.

Wie kam man auf diese Idee?

Betrachten wir das Jagdverhalten von Löwen: Sie pirschen sich an ihre Beute an. Sie können zwar sehr schnell sein, aufgrund ihres massigen Körpers jedoch nicht sehr lange. Sie versuchen daher, ihre Beute möglichst schnell zu töten. Glauben sie jedoch im Vorfeld, dass man sie bereits entdeckt hat, lassen sie häufig von ihrer potentiellen Beute ab.

Ich finde diese Idee sehr gut. Man nutzt das bekannte Jagdverhalten von Löwen aus, um die Kühe zu schützen. Das Bestempeln des Kuhhinterteils schadet diesen nicht. Es erhöht jedoch ihre Sicherheit. Natürlich ist es auch günstiger als der Verlust eines Tieres. Auch gehe ich davon aus, dass dann weniger Löwen von Farmern erschossen werden. Neben dem wirtschaftlichen Aspekt dient dies auch dem Artenschutz. Weitere Forschungen sind geplant. Hoffentlich bestätigen sie den beschriebenen Modellversuch.

Kuhnamen

Menschen haben Namen. Haustiere wird in den meisten Fällen ein Namen verliehen. Aber wie sieht es bei Nutztieren und speziell bei Kühen aus?
Wie ihr sicher wisst, müssen die Kühe eine Ohrmarke mit einer Registrierungsnummer haben. Aber wie sieht es mit Namen aus?

Sind Kühe nur Nummern?

Diese Frage ist zumindest für Bayern mit einem klaren nein zu beantworten. Dort werden 1,2 Millionen Kühe mit Namen erfasst. Dabei ist Susi der beliebteste Kuhnamen. Auf Platz zwei landet Alma. Auf dem dritten Platz findet sich Berta wieder. Bei den weiteren Namen fallen regionale Unterschiede auf. So findet man in Franken viele Kühe mit dem Namen Resi. In Südbayern dagegen wird eher Bella bevorzugt.

Warum haben Kühe einen eigenen Namen?

Wie so häufig hilft dabei ein Blick in die Geschichte. Die ersten Namen finden sich bereits mykenischen Inschriften. Diese sind demnach ca. 3500 Jahre alt. Ab dem 19. Jahrhundert wurden den Kühen vermehrt Namen gegeben. Dabei leiteten sich die Namen oft von den Eigenschaften der Kühe oder ihrer Herkunft ab. Namen wie „die Rote“ oder die „Altenburger“ kamen häufig vor. Heutzutage orientieren sich manche Landwirte am Namen der Mutterkuh. Der Nachwuchs bekommt dann einen Namen mit dem gleichen Anfangsbuchstaben. So heißt die Tochter von Susi z. B. Sandra. Wieder andere wählen auch einfach einen Namen der ihnen gefällt.

Eine weitere Begründung für die Namensvergabe

Es gibt aber auch einen anderen Grund, den Kühen einen Namen zu geben. Sofern die Anzahl der Kühe noch überschaubar und der Stall nicht hochtechnisiert ist, verbringt man viel Zeit mit seinen Kühen. Man kennt sich und weiß, wie die Kuh in gewissen Situationen reagiert. Was liegt da näher, als ihnen auch einen Namen zu geben. Selbst heute gehört das Vieh für manchen Kleinbauern noch zur Familien.

Was meint ihr, sollte man Kühen einen Namen geben oder nicht? Auf der einen Seite verbringt man mit ihnen viel Zeit und kennt sie. Auf der anderen Seite sind sie in der heutigen Zeit auch ein Wirtschaftsfaktor. Sie werden geschlachtet. Passt es dann noch, wenn sie einen Namen erhalten? Ich denke, auch diese Frage muss jeder für sich selbst beantworten. Aber mich interessiert natürlich wie ihr darüber denkt.

Kuhfladen und Vanille

Sicher wundert ihr euch über diese Überschrift. Denn was hat bitte ein Kuhfladen mit Vanille zu tun? Wir lieben die Vanille in Eis, Schokolade oder Pudding. Aber Kuhfladen?

Um das zu verstehen, betrachte ich zuerst einmal die Vanille.

Vanilleblüten

Was ist Vanille?

Vanille ist ein Gewürz, welches aus der Schote der Orchideen-Gattung Vanilla gewonnen wird. Diese müssen mit aufwändig fermentiert werden. Der Hauptaromastoff der Vanilleschote ist das Vanillin.
Das werden vielleicht noch einige wissen. Interessant wird es, wenn man sich überlegt, dass jährlich ca. 15.000 Tonnen Vanillin erzeugt werden. Für 1 Kilogramm Vanillin benötigt man 40.000 Vanilleschoten. Deren Blüten müssen von Hand bestäubt werden. So ist es verständlich, dass die weltweite Produktion von Vanillin aus echter Vanille nur ca. 50 kg beträgt.

echte Vanille

Wie ist es möglich jährlich 15.000 Tonnen Vanillin zu produzieren?

Wie ihr euch sicherlich schon denken könnt, hat die chemische Industrie da ihre Hände im Spiel. Jedoch möchte der Verbraucher in der Regel natürliche Produkte und keine Chemie in den Nahrungsmitteln. Daher hat die Industrie Methoden entwickelt, mit denen aus natürlichen Rohstoffen Vanillin erzeugt werden kann. Auf der Verpackung kann dies dann als natürliches Vanillin deklariert werden. Mögliche Rohstoffe hierfür können Hefe, Fichtenholz, Darmkeime, Enzyme, alte Zeitungen und vieles mehr sein. Oder aber auch ein Kuhfladen.

Kuhfladenproduktion

Wie entsteht Vanillin aus Kuhfladen?

Dieses Verfahren wurde in Japan entwickelt. Dabei wird genutzt, dass die chemische Formel des Lignins, der chemischen Formel von Vanillin ähnelt. Lignin ist in Holz oder auch anderen Pflanzen enthalten. Die Kühe können das Lignin in ihrer Nahrung nicht verdauen. Es wird jedoch währenddessen schon aufgespalten. Daher ist die Gewinnung von Lignin aus Kuhfladen günstiger als aus Fichtenholz. Erhitzt man dieses Lignin mit Kalilauge und Kupfer(II)-Verbindungen als Katalysator entsteht u. a. Vanillin.

Ich persönlich finde, dass hierbei der Kunde hinters Licht geführt wird. Wenn ihr sicher gehen wollt, was ihr esst, dann achtet bei der Produktinformation darauf, dass Vanille und nicht Vanillin enthalten ist. Die Produkte mit echter Vanille sind dann natürlich auch entsprechend teurer. Die Entscheidung liegt bei jedem einzelnen.

Kühe mit Loch im Bauch

Habt ihr auch schon von den Kühen mit Löchern im Bauch gehört? Als ich dies das erste Mal aufgeschnappt habe, war mein erster Gedanke, dass ist ziemlich gruselig. Doch warum macht man das? Meine Neugier war geweckt. Ich las etwas von Zwangsfütterung durch ein Loch, das in den Pansen führte. Allerdings ist das wohl nur eine Zeitungsente. Ein Fünkchen Wahrheit ist allerdings doch daran. Bei dem Loch handelt es sich um eine Fistel. Das bedeutet, man kann dieses Loch öffnen und auch wieder verschließen. Und natürlich dient es nicht der Zwangsfütterung der Kühe, sondern wie sollte es anders sein, der Forschung.

Was soll erforscht werden?

Es geht um den Zusammenhang vom Futter einer Kuh und den daraus resultierenden Methanausscheidungen der Kuh. Das Methan entsteht im Pansen der Kuh, der wie eine riesige Gärkammer wirkt. Dort wird das Futter der Kuh aufgespalten. Dabei entsteht das Methangas, das unter anderem auch für den Klimawandel verantwortlich ist. Die Forschung beschäftigt sich also mit dem Zusammenhang zwischen der Futter-zusammensetzung im Pansen und der dabei entstehenden Menge an Methan. Das Ziel ist dabei natürlich die Reduktion des Methangases.

Ein weiterer Grund für „Fistelkühe“

Kühe mit Fisteln dienen auch der tiermedizinischen Forschung. Wie kann man Kühen, deren Pansen „umgekippt“ ist, helfen? Das ist das Ziel der Untersuchung. „Umgekippt“ bedeutet dabei, dass im Pansen das Verhältnis der für die Fermentierung der Nahrung notwendiger Bakterien und der schädlichen Bakterien in einem Missverhältnis steht. Dies kann durch falsche Ernährung entstehen und führt zu einem Absterben der notwendigen Bakterien. Die Kuh vergiftet sich dabei selbst. Injiziert man der kranken Kuh in diesem Fall „Pansensaft“ einer gesunden Fistelkuh, kann das kranke Tier ggf. gerettet werden.

Rechtfertigt der mögliche Nutzen eine solche Forschung?

Das ist eine ethische Frage, die bei jeder Art von Tierversuch zu stellen ist. Es ist in diesem Fall jedoch zu hoffen, dass es den Fistelkühen nach erfolgreicher Operation zumindest den Umständen entsprechend gut geht. Mit artgerechter Kuhhaltung hat es meines Erachtens jedoch nicht mehr viel zu tun. Ob der Nutzen dieser Forschung diesen Eingriff in das Leben der Kuh rechtfertigt, ist eine Frage, die sich jeder selbst beantworten muss.

Die Kuh vom Eis holen

Sicher kennt ihr auch folgenden Spruch: „Da müssen wir die Kuh vom Eis holen“ Die Redewendung wird meistens bei Schwierigkeiten oder Problemen gebraucht. Die Lösung derselben ist dringend und wichtig.

Wie kommt die Kuh auf das Eis?

Wenn ihr euch schon ein wenig mit Kühen befasst habt, wisst ihr, dass Kühe Fluchttiere sind. Trotzdem würden sie sich niemals freiwillig auf eine Eisfläche begeben.
Man sollte jedoch wissen, dass Kühe relativ schlecht sehen können.
Daher kann es passieren, dass aufgeschreckte Kühe auf ihrer Flucht anfangs eine Eisfläche nicht erkennen. Das kann z. B. daran liegen, dass sie mit Schnee bedeckt war. Gegebenenfalls war die Kuh auch so panisch, dass sie nicht darauf geachtet hat. Der Fluchtinstinkt war einfach zu stark.

Was passiert, wenn die Kuh bemerkt, dass sie auf dem Eis ist?

Erkennt die Kuh schließlich, dass sie sich auf dem Eis befindet, dann bleibt sie stehen. Sie bewegt sich freiwillig weder nach vorne, noch nach hinten. Ihre Angst auszurutschen ist zu stark.
Wenn das Eis nicht sehr dick ist, ist dies natürlich problematisch. Ein Kuh kann nämlich bis zu 800kg wiegen. Die Gefahr einzubrechen ist daher relativ hoch.
Bei strengem Frost dagegen besteht die Gefahr, dass sie festfriert.

Was nun?

Die Kuh war für den einfachen Bauern früher ein bedeutsamer Vermögenswert. Er war auf ihre Milch oder das Fleisch angewiesen. Er konnte nicht riskieren, sie zu verlieren. Also blieb ihm nichts anderes übrig, als sich selbst auf das Eis zu begeben. Die Kuh muss ja vom Eis geholt werden. Dies ist, wie ihr euch denken könnt, eine sehr schwierige Aufgabe. Damit sie gelingt, braucht es Umsicht und ein großes Fachwissen. Kühe können nämlich ihren eigenen Kopf haben.

Die Redewendung im allgemeinen Sprachgebrauch

Der Ursprung dieser Redewendung liegt wohl schon mehrere hundert Jahre in der Vergangenheit. Nach herrschender Meinung hat sie es jedoch erst in den sechziger Jahren in den allgemeinen Sprachgebrauch geschafft. Heute wird sie in vielen Gebieten verwandt. In der Juristerei, Wirtschaft, Politik, und in vielen anderen Bereichen des Lebens wird die Redensart heute wie selbstverständlich verwandt.

Nicht schlecht für eine Redewendung aus dem bäuerlichen Umfeld, oder?

Kuhfladenbingo

Den meisten von euch dürfte das Spiel „Bingo“ bereits ein Begriff sein. Dabei erhalten die Mitspieler eine Spielkarte. Auf diesen Karten sind insgesamt 25 verschiedene, willkürlich angeordnete Zahlen. Diese sind in 5 Reihen mit je 5 Zahlen eingeteilt. Insgesamt gibt es meist die Zahlen von 1-75. Ein vorher bestimmter Spielleiter zieht dann aus einem Gefäß blind nacheinander Zahlen. Ähnlich wie bei der Ziehung der Lottozahlen. Ist die gezogene Zahl auf der Spielkarte vorhanden, wird diese markiert werden. Gewinner ist, wer auf seiner Spielkarte als erster eine senkrechte, waagrechte oder diagonale Reihe vollständig markieren konnte.

Die klassische Variante des Kuhfladenbingo

Kuhfladenbingo ist dem uns bekannten Bingo sehr ähnlich. Wie ihr euch sicher denken könnt, werden die Zahlen nicht aus einem Kuhfladen gezogen. Auch werden die Kühe nicht nummeriert. Vielmehr ersetzt die Kuh den Spielleiter.


Doch von Anfang an. In der klassischen Form des Kuhbingos wird ein eingezäuntes Stück Land in gleichgroße, nummerierte Parzellen eingeteilt. Für diese Parzellen gibt es jeweils ein Los. Die Mitspieler erhalten (oder kaufen) ein oder mehrere Lose. Dann wird eine Kuh auf diese Weide geführt. Anschließend wird gewartet, bis sich die Kuh erleichtern muss. Dies kann schnell gehen, kann sich aber auch über mehrere Stunden hinziehen. Der Besitzer des Loses, auf das der Kuhfladen fällt, ist Sieger des Kuhfladenbingos. Fällt der Fladen auf mehrere Felder, ist gewinnt das Los, auf das der größte Teil gelandet ist.


Manche von euch kennen vielleicht das Kuhfladenbingo aus einem Werbespot. Dort erleichterte sich eine Kuh auf einem Feld mit 7×7 Parzellen.

Variante des Kuhfladenbingos

Beim Engelgau-Kuhfladenbingo werden zwei Kühe auf das Spielfeld gelassen. Die Parzellen haben das Format 1x1m und sind willkürlich nummeriert. Der erste Kuhfladen der fällt wird nicht gewertet. Entscheidend ist der zweite Fladen. Dabei kann der Spieler auch mehrere Lose erwerben um seine Gewinnchance zu steigern. Der Einsatz beträgt je Los 1,-€, der Gewinn 200,- €.

Höchstdotierte Variante

Die höchstdotierte Variante stammt aus dem Kleinwalsertal in Österreich. Dabei müssen die Mitspieler zuerst ein Rubbellos erwerben. Auf diesem Rubbellos müssen sie 3 Kühe freirubbeln. Ist dies nicht der Fall, dann haben sie bereits verloren. Sollte ihnen dabei das Glück hold sein, beginnt erst das eigentliche Kuhfladenbingo. Gespielt wird mit drei Kühen. Das Spielfeld besteht aus 3×3 Quadraten. Der Spieler muss nun tippen, auf welchem Quadrat jede Kuh ihren Fladen hinterlässt. Hat er bereits gewonnen, wenn er richtig ge-tippt hat? Mitnichten. Ein letzter Schritt steht noch vor seinem Gewinn. Der Spieler muss aus drei Briefumschlägen einen Umschlag wählen. Enthält dieser das Bild einer Kuh, dann ist er der Gewinner. Dazu benötigt man sehr viel Glück. Aber ein Geldpreis in Höhe von 100.000,-€ ist auch nicht zu verachten.


Bei manchen Varianten werden auch mehrere Kühe auf das Spielfeld gelassen. Es gibt aber nur eine Wertungskuh. Dies hat einen guten Grund. Es wird nämlich davon ausgegangen, dass sich Kühe in Gesellschaft von Artgenossen schneller entleeren.

Funfact am Rande

Das Ministerium für Tierschutz aus Baden-Württemberg hat sich auch schon mit dem Kuhfladenbingo beschäftigt. Es wollte die Auswirkungen des Spiels auf die Kühe überprüfen. Das Ministerium stellte jedoch fest, dass „Die Empfindungen einer Kuh, die beim Absetzen von Kot von einer größeren Anzahl von Menschen beobachtet und gegebenenfalls angefeuert wird, sich derzeit der wissenschaftlichen Nachprüfbarkeit entziehen.“

In Deutschland muss halt alles überprüft und geregelt werden. Mir würden 1000 Dinge einfallen, die dem Tierwohl mehr schaden oder seid ihr da anderer Meinung?

Blinde Kuh

Kennt ihr auch das Spiel „blinde Kuh?“

Bei diesem Kinderspiel wird der sog. „blinden Kuh“ die Augen mit einem Schal oder Tuch verbunden. Die übrigen Spieler necken oder ärgern die blinde Kuh und versuchen sich nicht von ihr fangen zu lassen. Wer gefangen wird, der ist die neue „blinde Kuh“.

Alternativ versucht die „blinde Kuh“ alle übrigen Mitspieler zu fangen. Wer als letzter übrig bleibt, hat gewonnen.

Eine Variante, die gerne von Jugendlichen oder jungen Erwachsenen gespielt wird, ist folgende: Wie bei dem Kinderspiel versucht die „blinde Kuh“ einen der Mitspieler zu berühren. Passiert dies, muss er stehen bleiben. Die „blinde Kuh“ ihrerseits berührt und tastet das Gegenüber ab und muss so erraten um welchen Mitspieler es sich handelt. Wird erraten wer es ist, ist er die neue „blinde Kuh“ oder er scheidet aus.

Wie ihr euch vorstellen könnt, hat diese Variante mitunter auch eine erotische Komponente und der Übergang zu den sog. „Doktorspielen“ ist fließend.

Doch warum heißt dieses Kinderspiel den nun „blinde Kuh?

Nun, wie ihr euch aufgrund der letzten Variante vorstellen könnt, war „blinde Kuh“ nicht immer ein Kinderspiel. Im Mittelalter war dies ein beliebter Zeitvertreib. Doch es war auch verboten, da es nicht dem sittlichen und moralischen empfinden dieser sehr religiös geprägten Zeit entsprach.

Daher hatte die blinde Kuh damals nicht nur verbundene Augen, sondern meist eine Kuhmaske (oder andere Tiermaske) auf. So konnte scheinbar nicht erkannt werden, um wen es sich bei der blinden Kuh handelt.

Die Darstellung von diesem Zeitvertreib findet man noch heute auf so manchen Gemälden des 16. Jahrhunderts.

Und auch Johann Wolfgang von Goethe hat die erotische Komponente dieses Spiels in folgendem Gedicht festgehalten:

Blinde Kuh

O liebliche Therese!

Wie wandelt gleich in’s Böse

Dein offnes Auge sich!

Die Augen zugebunden,

Hast du mich schnell gefunden,

Und warum fingst du eben mich?

Du faßtest mich auf’s Beste,

Und hieltest mich so feste;

Ich sank in deinen Schoß.

Kaum warst du aufgebunden,

War alle Lust verschwunden;

Du ließest kalt den Blinden los.

Er tappte hin und wider,

Verrenkte fast die Glieder,

Und alle foppten ihn.

Und willst du mich nicht lieben,

So geh‘ ich stets im Trüben

Wie mit verbundnen Augen hin.

Für mich war diese Komponente des ach so unschuldigen Kinderspiels neu. War euch das schon bekannt?

Das geht auf keine Kuhhaut

Etwas ist nicht mehr hinnehmbar. Etwas ist nicht mehr zu ertragen. Dann verwendet man häufig den Ausspruch „Das geht auf keine Kuhhaut“.

Doch was hat die Kuh damit zutun?

An den Eigenschaften der Kuh kann es nicht liegen. Kühe stehen im allgemeinen eher für Ruhe, Zufriedenheit und Gelassenheit. Eventuell stehen sie auch für Reichtum. Aber mit nicht hinnehmbaren oder nicht zumutbaren Zustände verbindet man die Kuh nicht. Also muss es sich um eine Bedeutung im übertragenen Sinne handeln.

Doch woher kommt diese Bedeutung?

Hierzu gibt es zwei mögliche Erklärungsansätze:

1. Die Gründung von Karthago

Diese Variante bezieht sich auf die Gründung der antiken Stadt Karthago. Dorthin soll eine phönizische Prinzessin vor ihrem Bruder geflohen sein, der ihren Ehemann umbrachte. Dort traf sie auf den Häuptling eines Numidierstammes, der die Prinzessin offensichtlich verspotten wollte. Er versprach ihr so viel Land, wie sie mit einer Kuhhaut umspannen könne. Die Prinzessin ihrerseits war jedoch clever und schnitt die Kuhhaut in lange, dünne Streifen. Mit diesen Streifen konnte sie ein großes Gebiet einfassen. Auf diesem konnte die Burg Karthago erbaut werden. Aus dieser wiederum entwickelte sich dann die Stadt Karthago.

2. Die religiöse Erklärung

Im Mittelalter waren die Mensch sehr gottesfürchtig. Sie dachten das der Teufel für jeden Menschen ein Pergament besitzt. Auf diesem Pergament würden alle Sünden festgehalten werden, die der Mensch in seinem Leben begeht. Pergamente wurden hauptsächlich aus Tierhäuten produziert. Aus einer Kuhhaut konnte man dementsprechend viele Pergamente herstellen. Darauf haben dann auch viele Sünden und Missetaten Platz. Reicht dieser jedoch nicht aus, um alles zu notieren, ist man ein schlechter Mensch. Auf diesen freut sich – nach damaliger Meinung – der Teufel.

Dies ist die heute gängige Erklärung des Ausspruchs. Er hat es bis heute in den allgemeinen Sprachgebrauch geschafft.
Dazu passt auch, dass die Verbrecher im Mittelalter in Kuhhäuten zu ihrer Richtstätte gebracht wurden.

Ich finde es spannend, dass solche alten Redewendungen auch heute noch aktuell sind. Wie steht ihr dazu?